Nadelbinden

Nadel­bin­den (auch Naalb­in­ding oder Nåleb­in­ding) ist eine uralte Hand­ar­beits­tech­nik, die älter ist als Stri­cken und Häkeln. Fun­de aus der gan­zen Welt – von Skan­di­na­vi­en über Ägyp­ten bis Mit­tel­eu­ro­pa – bele­gen, dass Men­schen bereits vor über 3.000 Jah­ren Klei­dung und Tex­ti­li­en in die­ser Tech­nik herstellten.

In Skan­di­na­vi­en erlang­te das Nadel­bin­den eine beson­de­re Bedeu­tung. Dort wur­de die Tech­nik über Jahr­hun­der­te hin­weg wei­ter­ent­wi­ckelt. Es wur­den ver­schie­de­ne Bin­dungs­ar­ten für unter­schied­li­che Tex­ti­li­en ver­wen­det. Einer der bekann­tes­ten Sti­che, der im skan­di­na­vi­schen Nadel­bin­den ver­wen­det wird, ist der Oslo-Stich. Eine wich­ti­ge Rol­le spiel­te das Nadel­bin­den ins­be­son­de­re bei der Her­stel­lung von Socken und Handschuhen.

Beim Nadel­bin­den wird nur mit einer Nadel gear­bei­tet, die wie eine Näh­na­del ein Loch hat. Die­se besteht zumeist aus Holz, Kno­chen oder Horn.

Anders als beim Stri­cken oder Häkeln wird nicht mit einem durch­ge­hen­den Faden gear­bei­tet. Da bei jedem Stich der gesam­te Arbeits­fa­den durch die Schlin­gen gezo­gen wird, darf der Faden nicht zu lang sein. Man arbei­tet mit einem Faden­stück von ca. 1,5 Metern. Sobald die­ses Stück ver­ar­bei­tet ist, wird der Faden durch Anfil­zen eines neu­en Faden­stücks immer wie­der ver­län­gert. Man arbei­tet mit 100% Schur­wol­le. Kunst­fa­sern sind für das Nadel­bin­den unge­eig­net, da sie nicht ver­filzt wer­den können.

In der Bovelzumft ist das Nadel­bin­den weit ver­brei­tet und wird von vie­len ver­wen­det, um Socken, Müt­zen, Puls­wär­mer und ande­re Klei­dungs­stü­cke her­zu­stel­len. Wer Inter­es­se am Nadel­bin­den hat, ist herz­lich ein­ge­la­den, in der Wer­kel­grup­pe die Tech­nik ken­nen zu lernen.

Nadel­bin­den ist eine wun­der­ba­re Ver­bin­dung von Hand­werk und Geschichte.