Schwertschaukampf Grundkurs Wochenende

Was könn­te ich aus­ho­len und in aber­wit­zi­gen und über­schwäng­li­chen Aus­schwei­fun­gen die wahr­lich span­nen­de Geschich­te berich­ten, wie der Schwert­meis­ter der Schu­le für Mit­tel­al­ter­li­chen Schwert­schau­kampf zur Bovelzumft stieß. Lobes­lie­der wür­den gesun­gen und spä­ter in unüber­trof­fe­nen Sau­ferey­en und Fre­ser­ey­en befei­ert wer­den, ehe alle nur noch zu krie­chen, zu sit­zen oder zu lie­gen vermochten.

Doch ich ver­knei­fe mir eben dies und fas­se mich kurz. Des einen schö­nen Tages kam der Schwert­meis­ter wie auch der Beu­tel­schnei­der Ihrer Pro­fes­si­on nach – na ja und ihrer Zweit­pro­fes­si­on, näm­lich der des Fer­ti­gens der Zügel eines Dra­chens – kamen ins Gespräch und beschlos­sen die Bovelzumft zu rüs­ten. Und weil es so schön heißt: Ein Mann ein Wort und derer gleich zwei Män­ner da waren und zwei der Wor­te spra­chen, war es also eine aus­ge­mach­te Sache. Eini­ge Zümf­ter lie­ßen sich an einem Wochen­en­de des ver­gan­ge­nen Jah­res in der Kunst des Schwer­tes unter­wei­sen, neben­bei noch Schwert­meis­ter demü­ti­gen und waren gar so erhei­tert von der­lei Hand­werk, dass es zu regel­mä­ßi­ge Übungs­ter­mi­nen kam.

Schwertschaukampf

Schwert­schau­kampf-Trai­ning am 13. und 14. August in Bas­sum © De Bovelzumft – Geleb­tes Mit­tel­al­ter e.V.

Lan­ge Rede kur­zer Sinn. Der schwert­meis­ter war ob der Leich­tig­keit, mit der er die Zümf­ter aus­bil­de­te unter­for­dert und beschloss wei­te­re Schwert­ge­sel­len im Umgang mit der Waf­fe ver­traut zu machen. So also gesche­hen am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de, den 13. und 14. des Augus­tes, zu Bas­sum. Sei­nen eige­nen Wor­ten zu Fol­ge hat­te er „ordent­lich zutun“, schließ­lich woll­ten 18 (Acht und Zehn) Knap­pen gleich­zei­tig das Schwin­gen des silb­ri­gen Eisens erler­nen und so bot sich ein gar impo­san­ter Anblick und eine tol­le Geräusch­ku­lis­se, als die Klin­gen ein­an­der kreuz­ten und der Schwert­meis­ter zwi­schen­zeit­lich sei­ne Befeh­le durch die Hal­le brüll­te. Zwi­schen­zeit­lich, so ließ ich es mir zutra­gen, sprach der Herr Lehr­meis­ter auch mit dem sei­nen Schwer­te; so heißt es, er wür­de ihm gut zure­den. Doch ich will mir dar­über lie­ber nicht mehr Gedan­ken machen, als not­wen­dig. Die­se Rit­ter und Rit­ter­lich­kei­ten waren mir schon immer etwas merkwürdig.

Im Übri­gens ver­stand ich auch nie, war­um der Herr Schwert­meis­ter immer für Eli­se daher­schall­te, ehe er gewalt­sam auf einen Knap­pen mit dem Schwer­te ein­schlug und war­um ein Schwert­meis­ter über­haupt in einer sol­chen Laut­stär­ke sprach.
Einer­lei soll es mir sein, schließ­lich hört man dann auf, wenn es am Schöns­ten ist – für­wahr ich ver­such­te mich auch am Schwer­te. Für mich zwei­fels­oh­ne war der Punkt des Schöns­tens schon gewe­sen, dar­um hing ich das mei­ne Schwert an den Nagel und befass­te mich der­lei mit dem Dol­che – ist der doch lan­ge nicht so unhand­lich und sper­rig und eig­net sich über­haupt viel bes­ser zum Beutelschneiden.

Gez. Bal­de­win

One comment

  • Schö­ner Bericht!
    Und wahr­lich, ich muss lobend fest­stel­len, dass der Herr Beu­tel­schnei­der sich geflis­sent­lich in wohl­fei­ner Aus­drucks­wei­se übt und dabei der Fort­schrit­te recht gro­ße machen konn­te. Auch wenn es hier und dor­ten noch etwas zu ver­bes­sern gäbe, bin ich doch guten Mutes, dass aus ihm der­einst ein so gewand­ter Wort­füh­rer wird, wie es sei­ner Stel­lung zu kommt. Also fah­re er nur flei­ßig fort in sei­nem Bestre­ben nach wahr­haf­ter Rede­kunst. Denn Übung ist es, die bekann­ter­ma­ßen den Meis­ter macht.

    Fabi­an de Cor­beau, Bas­sum Anno 2016

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