Vom Honig zum Honigwein – Met-Workshop mit Met-Max

Heu­te am 08. August dreht sich bei der Bovelzumft alles um den Met. Unser Brau­meis­ter Met-Max lädt zum Work­shop rund um die Her­stel­lung des köst­li­chen und süf­fi­gen Getränks ein.

Met, auch Honig­wein genannt, ist ein Wein, bei dem nicht Trau­ben- oder Frucht­saft, son­dern Honig die wich­tigs­te Zucker­quel­le bil­det. Die Grund­zu­ta­ten sind denk­bar ein­fach: Honig, Was­ser und Hefe. Die Hefe ver­gärt die im Honig ent­hal­te­nen Zucker zu Alko­hol und Koh­len­di­oxid. Je nach Rezept kön­nen zusätz­lich Früch­te, Säf­te, Kräu­ter oder Gewür­ze zum Ein­satz kommen.

Met hat eine uralte Geschich­te. Der ers­te Met wur­de zwi­schen 15.000 und 9.000 v. Chr. her­ge­stellt. Damit ist er sehr viel älter als Bier und Wein.

Der Work­shop beginnt mit dem Theo­rie­teil. Hier zeigt sich, dass Met-Max sei­nen Namen Zurecht trägt. Nicht nur, dass er in Hes­sen auf­ge­wach­sen ist und bereits als 6‑jähriger sei­nem Opa bei der Her­stel­lung von Apfel­wein gehol­fen hat. Er hat auch Bio­che­mie stu­diert und weiß genau, wor­auf es ankommt.

„Wir kom­bi­nie­ren his­to­ri­sche Rezep­te mit moder­nen Her­stel­lungs­me­tho­den. Dabei hat Hygie­ne obers­te Priorität“.

Für die Her­stel­lung benö­tigt man nur weni­ge Zutaten:

  • Honig, mög­lichst regio­nal und frisch
  • Was­ser
  • Hefe
  • Nähr­stof­fe
  • Optio­nal Früch­te, Kräu­ter oder Gewürze

Gera­de bei der Hefe soll­te nicht gespart wer­den. Wer bil­li­ge Bäcker­he­fe ver­wen­det, darf sich nicht wun­dern, dass sein Met nach Brot schmeckt. Für Honig­wein emp­fiehlt sich hoch­wer­ti­ge Reinzuchthefe.

Für den ers­ten eige­nen Ansatz benö­tigt man fol­gen­de Ausrüstung:

  • Gär­fass, lebensmittelecht
  • Glas­bal­lon
  • Brau­beu­tel für Gewürze
  • Brau­pad­del
  • Auto-Siphon zum Abziehen
  • Wein­dieb zum Pro­ben ziehen
  • Hydro­me­ter
  • Fla­schen 

Wir regel­mä­ßig Met her­stellt, wird sich spä­ter evtl. einen Des­in­fek­ti­ons­stän­der und einen Ver­korker anschaf­fen. Eine „rapt-pill“ – ein Hydro­me­ter, dass im Ansatz schwimmt und stünd­lich Mess­wer­te an ein Online­por­tal lie­fert, fällt mit rund 100,- EUR recht hoch­prei­sig aus. Aber es erspart die zeit­auf­wen­di­gen Pro­ben, bei denen ja auch jedes Mal etwas von dem Ansatz ver­lo­ren geht.

Im Anschluss an den theo­re­ti­schen Teil begin­nen die Teil­neh­mer damit, ihr Aus­rüs­tung voll­stän­dig zu zer­le­gen und jedes ein­zel­ne Teil zu des­in­fi­zie­ren. Alle Gerät­schaf­ten und die Arbeits­flä­chen wer­den gerei­nigt. Alle Teil­neh­mer tra­gen Hand­schu­he. Das höchs­te Gebot bei der Met-Her­stel­lung ist Hygiene.

In das gerei­nig­te Gär­fass wird zuerst der Honig ent­spre­chend der vor­her fest­ge­leg­ten Rezep­tur ein­ge­füllt. Anschlie­ßend fol­gen Was­ser und spe­zi­el­le Hefe-Nähr­stof­fe, ganz zum Schluss die Rein­zucht­he­fe. Bei der Hefe gibt es Unter­schie­de in Bezug auf die Gär­tem­pe­ra­tur, den Alko­hol­ge­halt und den Ein­fluss auf den Geschmack des fer­ti­gen Mets. Da die Teil­neh­mer sowohl unter­schied­li­chen Honig als auch unter­schied­li­che Hefen benut­zen, wird jeder der heu­ti­gen Ansät­ze einen indi­vi­du­el­len Geschmack entwickeln. 

Die Teil­neh­mer neh­men ihre Ansät­ze mit nach Hau­se und lagern sie idea­ler­wei­se im küh­len Kel­ler. Nun beginnt der Gärungs­pro­zess, der aus der Lag-Pha­se, der Haupt­gä­rung und der Nach­gä­rung besteht. In die­ser Zeit heißt es, Kon­trol­lie­ren, Rie­chen, Schme­cken, Mes­sen und Dokumentieren. 

Wenn die Gärung abge­schlos­sen ist, setzt sich die Hefe am Boden des Gär­fas­ses ab. Jetzt kann der jun­ge Met abge­zo­gen wer­den und in den Glas­bal­lon umge­füllt wer­den. Bit­te nicht vor­ei­lig abfül­len. Ein zu früh abge­füll­ter Met kann spä­ter durch wie­der ein­set­zen­de Gärung zu gro­ßen Pro­ble­men füh­ren. Wenn in abge­füll­ten Fla­schen noch ver­gär­ba­rer Zucker vor­han­den ist, kön­nen Fla­schen plat­zen und zu Ver­let­zun­gen führen.

Wenn die akti­ve Gärung been­det ist, ist der Met noch lan­ge nicht fer­tig. Nun kommt eine wei­te­re Zutat ins Spiel: Geduld. Der Rei­fe­pro­zess kann je nach Rezep­tur, Alko­hol­ge­halt, ver­wen­de­ter Hefe und dem per­sön­li­chen Geschmack meh­re­re Wochen, Mona­te oder manch­mal auch ein Jahr dauern. 

Wenn der Met fer­tig ist, wird er in Fla­schen abge­füllt. Auch hier ist Hygie­ne selbst­ver­ständ­lich Pflicht. Zuletzt bleibt noch die Fra­ge „War­um soll ich mir so viel Arbeit machen, wenn Met doch für ein paar Euro im Laden zu kau­fen ist?“

Indus­tri­ell gefer­tig­ter Met wird kon­trol­liert und schnell pro­du­ziert. Die schnel­le Ver­gä­rung führt zu unan­ge­neh­men Fehl­aro­men. Die­se wer­den mit bil­li­gem Honig aus­ge­gli­chen. Das führt zu einem über­mä­ßig süßen Geschmack und oft­mals zu Kopfschmerzen. 

Selbst gemach­ter Met ist ein indi­vi­du­el­les Handwerksprodukt. 

Die Wahl des Honigs, der Hefe und der Gewür­ze ver­lei­hen dem Met sei­nen Cha­rak­ter. Jeder Ansatz kann ein wenig anders wer­den. Genau das macht den Reiz aus. Wer ein­mal einen selbst gemach­ten Met getrun­ken hat, wird indus­tri­ell pro­du­zier­ten Met kaum noch genie­ßen können.

Skål und vie­len Dank an Met-Max für die­sen span­nen­den und lehr­rei­chen Workshop!