Tag Archives: Schwertschaukampf

Bovelmarkt 2018 Resümee

Das groß­ar­ti­ge und nie die Hand vor den Mund neh­men­de Dui­vels­pack – © De Bovelzumft – Geleb­tes Mit­tel­al­ter e.V.

Lei­der, lei­der ist er schon wie­der vor­über, der Bovel­markt 2018. Doch wir wol­len einen kur­zen Rück­blick wagen und die tolls­ten und schöns­ten Ereig­nis­se nicht uner­wähnt las­sen. Wenn gleich uns die Son­ne die­ses Jahr auch etwas mehr plag­te, als die letz­ten Jah­re und allen Zümftern, Händ­lern und Gäs­ten bei teil­wei­se 34 Grad den Schweiß auf die Stirn trieb, wol­len wir uns nicht bekla­gen. Denn wie heißt es so schön: Das Wet­ter ist einem ja nie recht. Ent­we­der ist’s zu nass oder zu warm oder irgend­was blö­des dazwi­schen. So genos­sen wir also die gel­be Schei­be und den blau­en Him­mel und ver­ding­ten unse­ren Durst an der Taver­ne. Den Auf­takt am Sams­tag-Mit­tag mach­ten Die Ver­trie­be­nen und heiz­ten (oder kühl­ten) die Stim­mung gleich zu Beginn ein, wäh­rend der Bovel­voigt Kjar­tan mit sei­nem Gefol­ge die ers­ten Besu­cher will­kom­men hieß. Doch fest saß der alte Bovel­voigt da schon nicht mehr im Thro­ne, denn wäh­rend er mit sei­ner Stadt­wa­che gute Lau­ne mim­te, berei­te­ten sich bereits 7 Kon­tra­hen­ten vor, ihm das Zep­ter zu ent­rei­ßen. Zuvor ver­ein­nahm­te das Dui­vels­pack die Büh­ne und zog den Markt in ihren lyri­schen Bann. Mit flin­ker Zun­ge und fre­chem Grin­sen ver­kün­de­ten sie ihre Bal­la­den. Auch Immer­noch­frank der Gauk­ler wuss­te hier schon die Zuschau­er für sich zu begeis­tern – vor allem sein loses Mund­werk wird vie­len in den Ohren bleiben.

Doch bei Wei­tem war er nicht der Ein­zi­ge mit losem Mund­werk, denn als die Uhre 3 schlug, stürm­ten die Her­aus­for­de­rer von Kjar­tan die Büh­ne, um sich den Auf­ga­ben zu stel­len, die es zu meis­tern galt, um selbst Voigt zu wer­den. Kjar­tan zog es vor, sei­ne Stadt­gar­de ins Ren­nen zu schi­cken und so muss­te Hagen alle Auf­ga­ben über­neh­men: Dresch­bal­ken, Malen, Pfann­ku­chen­wen­den, Seil­zie­hen. Beim Wetts­au­fen jedoch, ließ sich Kjar­tan nicht erset­zen. Die­se Dis­zi­plin woll­te er mit Leib und See­le selbst hin­ter sich brin­gen. Nach sehr anstren­gen­den Augen­bli­cken und wil­den Auf­ga­ben­rau­fe­rei­en, blie­ben (und das ist ein Novum) 3 Kon­tra­hen­ten übrig: Maris­ka, Kori und Die­go Fun­ken­flug. Ihre Auf­ga­be war es nun, ein Sand­säck­chen auf eine 3 Meter hohe Stan­ge zu beför­dern. Lei­der waren sie alle nicht beson­ders geschickt und so war der Vor­stand gezwun­gen, die Ent­schei­dung ander­wei­tig her­bei­zu­füh­ren, näm­lich durch das Volk höchst­selbst! Die Laut­stär­ke der Jubel­ru­fe führ­te nun end­gül­tig zum Ergeb­nis und Die­go Fun­ken­flug ver­trieb Kjar­tan aus sei­nem Amte. Wäh­rend da nun der neue Voigt gewählt, mach­te sich Unmut breit, denn eine wil­de SSK Söld­ner­schaft ver­kün­de­te von Üblem auf dem Kampf­platz. Unser treu, war die Stadt­wa­che mit Tjel­var und der Schwert­meis­ter zu Gegend und konn­te mit ein paar Schar­müt­zeln, die Söld­ner wie­der los­wer­den. Den ful­mi­nan­ten Abschluss bil­de­te das Bovel­feu­er mit einer atem­be­rau­ben­den Show: Feu­er­lan­zen, POIs, bren­nen­de Stä­be, Feu­er­seil­sprin­gen und der Kampf mit bren­nen­den Schwer­tern. Fantastisch!

Der Sonntag stand im Namen der Familien

Alter Voigt und neu­er: Kjar­tan links und Die­go rechts – © De Bovelzumft – Geleb­tes Mit­tel­al­ter e.V.

Wäh­rend sich am Sams­tag bereits viel Erwach­se­nes Volk tum­mel­te, führ­te eben die­ses am Sonn­tag die noch-nicht-ganz-Erwach­se­nen, auch Kin­der genannt, zum Mark­te. Die hat­ten alle Hän­de voll zutun auf der Zwer­gen­wie­se. Beim Kampf gegen der Roland, bei der SSK-Kin­der­schlacht, auf dem Karus­sell und natür­lich beim Dra­chen­schie­ßen mit der Arm­brust ging es heiß her. Und auch die Schmie­de um Georg Eichen­schmied und Gisa hat­ten sich wie­der auf Kin­der ein­ge­stellt und boten Ein­bli­cke in das alte Hand­werk. Nie­mals wol­len wir natür­lich den Dresch­bal­ken ver­ges­sen, der sich bei den klei­nen und gro­ßen Erwach­se­nen enor­mer Beliebt­heit erfreu­te. War­um die Leut jedoch so erpicht dar­auf sind, ins Stroh zu fal­len, erschließt sich mir bis heu­te nicht. Sei es drum. Die­ses Jahr war nun das ers­te Mal der Bovel-Bogen­bau­er dabei und zeig­te das Hand­werk des Bogen­baus haut­nah. Außer­dem boten die Bovel­ten­ze­l­er an bei­den Tagen wie­der eine tol­le Vor­stel­lung mit zahl­rei­chen Tän­zen und guter Lau­ne. Was es bedeu­tet, Kreis­tän­ze zu tan­zen, konn­ten die Besu­cher bei einer Aus­por­bier­stun­de unter den Augen und Anwei­sun­gen von Wil­hel­mi­na selbst erfah­ren. Gar nicht so einfach!
Auf die Minu­te genau einen Tag, nach­dem Die­go Fun­ken­flug sich gegen alle ande­ren Kon­tra­hen­ten durch­setz­te, erschien der Bür­ger­meis­ter der Stadt Bas­sum, Chris­ti­an Porsch, um Die­go in sein Amt zu hie­ven. Zep­ter und Man­tel wur­den über­ge­ben und ermah­nen­de Wor­te, es sei­nen Vor­gän­gern gleich zutun und ein guter Bovel­voigt zu werden.
Und wie es sich für eben die­sen Die­go Fun­ken­flug geziemt, ergriff er das Wort und rief das Jahr des Gauk­lers aus. Was auch immer dies bedeu­tet, wer­den wir wohl noch sehen. Man trug mir zu Ohren, dass die Stadt­wa­che fort­an mit Gauk­ler­glöck­chen aus­ge­stat­tet sein soll. Und so ver­wun­dert es nicht, dass die­je­ni­gen, die den Wege­zoll kas­sier­ten bereits unter dem Bann des Gauk­lers stan­den. So gelang es Ihnen, gan­ze 800 Stem­pel den Gäs­ten anstatt auf die Hand, auf die Stirn oder einem ande­ren Kör­per­teil, der nor­ma­ler­wei­se unter Hose und Rock ver­steckt, zu geben. Wohin soll das noch füh­ren? Doch ein Licht­blick bleibt, in die­sem Jah­re war das Lager Utholm anwe­send. Kräf­ti­ge Recken mit Schil­dern und Schwer­tern. Neben der Trup­pe des SSK zeig­ten sie den Schild­wall und wie man sich ordent­lich auf die Omme gibt. Hof­fen wir, dass der Voigt dies zu wür­di­gen weiß und die Stadt­gar­de ver­schont. Zu guter Letzt soll das neue Bovel­la­ger nicht uner­wähnt blei­ben, denn wäh­rend das Dui­vels­pack, die Ver­trie­be­nen, Immer­noch­frank der Gauk­ler und die Tri­be Black Pearls die Büh­ne unsi­cher mach­ten, waren auf der Thing­stät­te zahl­rei­che Zel­te auf­ge­schla­gen und zeug­ten von einem Ruhe­pol. Ein solch schö­nes Lager, rings um die­se his­to­ri­sche Städ­te sucht Sei­nes­glei­chen und so ist es nicht ver­wun­der­lich, dass auch in den zukünf­ti­gen Jah­ren geplant ist, das Bovel­la­ger dort aufzuschlagen.
Zum Schluss bleibt noch sehr viel zu sagen und vie­les zu erwäh­nen, doch ich ver­lie­re mich in den Wor­ten. Es war ein wun­der­vol­ler, wenn auch sehr hei­ßer Markt. Die Bovelzumft ist ob der tau­sen­den Gäs­te, die dem Auf­ruf des Bovel­voig­tes gefolgt waren höchst ange­tan und freut sich auch im nächs­ten Jahr wie­der die Pfor­ten des Bovel­mark­tes zu öffnen.

Wer mehr Ein­drü­cke vom Bovel­markt sehen möch­te, kann sich zum einen durch die Bil­der­ga­le­rie kli­cken oder die­ses tol­le Video anse­hen, dass auch mit der Tro­ba­do­re Musik des Bovel­mark­tes hin­ter­legt ist:

Ein gro­ßes Dan­ke­schön geht an fol­gen­de Hel­fer, ohne die die­se tol­le Ver­an­stal­tung so nicht mög­lich wäre:

  • De Bovelzumft – Geleb­tes Mit­tel­al­ter e.V.
  • die Markt­va­ga­bun­den
  • Dui­vels­pack
  • Die Ver­trie­be­nen
  • Immer­noch­frank der Gaukler
  • Tri­be Black Pearls
  • die Schu­le für mit­tel­al­ter­li­chen Schwert­schau­kampf (SSK)
  • das Schau­kampf­la­ger Utholm
  • die Stadt Bassum
  • die VHS Diepholz
  • THW Bas­sum: Jugendgruppe
  • Deut­sches Rotes Kreuz
  • den Kul­tur- und Hei­mat­ver­ein Bassum
  • Tom the Dragon
  • Uwe Taechl
  • allen Aus­stel­lern
  • allen Heer­la­gern
  • allen Hand­wer­kern
  • und natür­lich allen Gästen!

Auf bald!

Nächster Schwertschaukampf Grundkurs

So höret die Wor­te des Schwertmeisters!

Am 8. Tage und am 9. Tage des Monats Sep­tem­ber wird erneut ein Schwert­Schau­Kampf-Grund­kurs, für alle Möch­te­gern Schwert­ge­sel­len, statt­fin­den. Die Anwär­ter müs­sen nicht nur Inter­es­se am Schwer­te haben, son­dern auch die drit­te Ent­wick­lungs­pha­se, die so genann­te Ado­le­s­cen­tia, erreicht haben.
Sie müs­sen also min­des­tens 14 Jah­re alt sein.

Wenn bei­de Vor­aus­set­zun­gen erfüllt wur­den, so möget ihr euch mit fol­gen­dem For­mu­lar anmelden:
SchwertSchauKampf-Anmeldung

Dar­über hin­aus tut ihr auch gut dar­an, wei­te­re Infor­ma­tio­nen vor­ab zu lesen, so ihr denn des Lesens mäch­tig seyed:
Grundkurs-Informationen

Der Übungs­ort wird im Ört­chen Syke sein.
Die genaue Adres­se lautet:
Sport­hal­le
Alte Schulstraße
28857 Syke/​Ristedt

An bei­den Tagen fin­det das Trai­ning in der Zeit von:
10.00 Uhr bis 17:00 Uhr statt.

Auch dem Schwert­meis­ter müs­sen ein paar Taler zuge­wor­fen wer­den, dass er auch die rich­ti­gen Grif­fe lehrt.
Die Anmel­de­ge­bühr beträgt:
58,- € (ermä­ßigt 53,- €)

Sobald eine Anmel­dung erfolgt, sey­ed ihr auto­ma­tisch in mei­nem Ver­tei­ler für Bot­schaf­ten und Nach­rich­ten und erhal­tet Infor­ma­tio­nen sowie even­tu­el­le Ände­run­gen und dergleichen

Gez.
Schwertmeister

Grundkurs mittelalterlicher Schwertschaukampf im Februar

So höret die Wor­te des Schwertmeister!

Am 3. Tage und am 4. Tage des Monats Febru­ar wird erneut ein Schwert­schau­kampf-Grund­kurs, für alle möch­te­gern Schwert­ge­sel­len, stattfinden.
Die Anwär­ter müs­sen nicht nur Inter­es­se am Schwer­te haben, son­der auch die drit­te Ent­wick­lungs­pha­se, die so genann­te Ado­le­s­cen­tia, erreicht haben.
Sie müs­sen also min­des­tens 14 Jah­re alt sein.

Wenn bei­de Vor­aus­set­zun­gen erfüllt wur­den, so möget ihr euch mit fol­gen­dem For­mu­lar anmelden:
SchwertSchaukampf-Anmeldung

Dar­über hin­aus tut ihr auch gut dar­an, wei­te­re Infor­ma­tio­nen vor­ab zu lesen, so ihr denn des Lesens mäch­tig seyed:
Grund­kurs Informationen

Der Übungs­ort wird im Ört­chen Syke sein. Die genaue Adres­se lautet:
Sport­hal­le
Alte Schulstraße
28857 Syke/​Ristedt

An bei­den Tagen fin­det das Trai­ning in der Zeit von:
10:00 Uhr bis 16:45 Uhr
statt.

Auch dem Schwert­meis­ter müs­sen ein paar Taler zuge­wor­fen wer­den, dass er auch die rich­ti­gen Grif­fe lehrt.
Die Anmel­den­ge­bühr beträgt:
58,00 €

Sobald eine Anmel­dung erfolgt, sey­ed ihr auto­ma­tisch in mei­nem Ver­tei­ler für Bot­schaf­ten und Nach­rich­ten und erhal­tet Infor­ma­tio­nen sowie even­tu­el­le Ände­run­gen und dergleichen.

Gez.
Schwertmeister

Schwertkampf Grundkurs

Unser Schwert­meis­ter der Bovelzumft wird am 19. und 20. August in Syke, genau­er Ristedt, wie­der einen Grund­kurs im mit­tel­al­ter­li­chen Schwert­schau­kampf geben. Trai­niert wir am Sams­tag und am Sonn­tag jeweils von 10:00 bis ca. 17:00 Uhr.

Anmel­dun­gen sind mög­lich über die Schu­le für mit­tel­al­ter­li­chen Schwert­schau­kampf (kurz SSK). Dort sind eben­falls wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen zu dem Grund­kurs erhältlich.

Wer also mal aus­pro­bie­ren möch­te, wie es sich anfühlt, ein ech­tes mit­tel­al­ter­li­ches Schwert zu schwin­gen, der ist hier genau rich­tig. Hier wer­den wah­re Rit­ter geboren!

Tag der Region an der Freudenburg zu Bassum

bovelzumft_tag_der_region_02

Der Bovel­voigt weiht sei­nen neu­en Thron ein und lässt dies auf einem Bild ver­ewi­gen – © De Bovelzumft – Geleb­tes Mit­tel­al­ter e.V.

Gar der vie­len Wor­te ver­mag ich nicht zu ver­lie­ren, doch uner­wähnt soll es nicht blei­ben, dies fabu­lö­se Fest, das man auch Tag der Regi­on nennt.

Für die Zumft war es ein­mal mehr ein wun­der­vol­ler Tag, voll Son­nen­schein, Vögel­ge­zwit­scher, vor­lau­ter Kom­men­ta­re und lus­ti­ger Pöbe­lei­en. Bereits zu mor­gend­li­cher Stund, als die Son­ne gera­de den Hori­zont erklomm, waren bereits die ers­ten Zümf­ter auf den Bei­nen, um das Lager auf­zu­schla­gen, die Taver­ne zu errich­ten und den Schwert­kampf abzu­ste­cken. Doch eins, das soll beson­de­re Erwäh­nung fin­den, denn die Zumft hat­te ein neu­es Mobi­li­ar zusam­men­zu­ste­cken – näm­lich den Thron des Bovel­voig­tes. In sei­ner voll­kom­me­nen Schön­heit und her­ab­wür­di­gen­den Deka­denz stand er nun dar, eben jener Stuh­le, der es wür­dig war, den Arsche des Voig­tes zu tragen.

Die­sen wun­der­ba­ren Moment woll­te die Bovelzumft auf ewig in bun­ten Gemäl­den fest­hal­ten und so wur­de eine gar fan­tas­ti­sche Male­rin ange­heu­ert. In zahl­rei­chen Bil­dern und Gemäl­den fing sie das Zeit­glas ein und ver­zau­ber­te es, auf das es inne hielt. In ver­schie­dens­ten Posen wur­den die Zümf­ter fest­ge­hal­ten. Die Meis­ten in natür­li­cher Schön­heit (so wie Bal­de­win mit sei­ner Fami­lie), ande­re in natür­li­cher Bos­haf­tig­keit, Nie­der­tracht oder Abscheu­lich­keit (wie etwa der Hen­ker oder die Stadt­wa­che) oder in einer kaum zu über­bie­ten­der Über­heb­lich­keit (wie etwa die Gauk­ler um den selbst ernann­ten König Die­go Funkenflug).

Doch genug der Wor­te um der­lei Bil­der. Der gute Schwert­meis­ter und sei­ne Schwert­küns­te sol­len nicht uner­wähnt blei­ben, da er wie­der in gro­ßem Stolz den bis­wei­len sehr toll­pat­schi­gen Stadt­wa­chen ver­such­te bei­zu­brin­gen, dass man doch ein Schwer­te am Knauf zu hal­ten ver­mag und nicht an der Schneide.

Zuletzt sol­len die groß­ar­ti­gen, ja fan­tas­ti­schen, ja phä­no­me­na­len Feu­er­spu­cker nicht uner­wähnt blei­ben, die unter größ­ter Gefahr ihres eige­nen Lebens mit dem Feu­er spiel­ten. Zumin­dest dürf­te das in etwa den Wort­laut wider­spie­geln, den sie selbst von sich behaup­te­ten. Nun will ich es ihnen nicht abspre­chen und sie loben und prei­sen für die Belus­ti­gung der Mas­se. Macht es mir doch die Arbeit leich­ter, den Leu­ten den ein oder ande­ren Taler zu entwenden…

Schwertschaukampf Grundkurs Wochenende

Was könn­te ich aus­ho­len und in aber­wit­zi­gen und über­schwäng­li­chen Aus­schwei­fun­gen die wahr­lich span­nen­de Geschich­te berich­ten, wie der Schwert­meis­ter der Schu­le für Mit­tel­al­ter­li­chen Schwert­schau­kampf zur Bovelzumft stieß. Lobes­lie­der wür­den gesun­gen und spä­ter in unüber­trof­fe­nen Sau­ferey­en und Fre­ser­ey­en befei­ert wer­den, ehe alle nur noch zu krie­chen, zu sit­zen oder zu lie­gen vermochten.

Doch ich ver­knei­fe mir eben dies und fas­se mich kurz. Des einen schö­nen Tages kam der Schwert­meis­ter wie auch der Beu­tel­schnei­der Ihrer Pro­fes­si­on nach – na ja und ihrer Zweit­pro­fes­si­on, näm­lich der des Fer­ti­gens der Zügel eines Dra­chens – kamen ins Gespräch und beschlos­sen die Bovelzumft zu rüs­ten. Und weil es so schön heißt: Ein Mann ein Wort und derer gleich zwei Män­ner da waren und zwei der Wor­te spra­chen, war es also eine aus­ge­mach­te Sache. Eini­ge Zümf­ter lie­ßen sich an einem Wochen­en­de des ver­gan­ge­nen Jah­res in der Kunst des Schwer­tes unter­wei­sen, neben­bei noch Schwert­meis­ter demü­ti­gen und waren gar so erhei­tert von der­lei Hand­werk, dass es zu regel­mä­ßi­ge Übungs­ter­mi­nen kam.

Schwertschaukampf

Schwert­schau­kampf-Trai­ning am 13. und 14. August in Bas­sum © De Bovelzumft – Geleb­tes Mit­tel­al­ter e.V.

Lan­ge Rede kur­zer Sinn. Der schwert­meis­ter war ob der Leich­tig­keit, mit der er die Zümf­ter aus­bil­de­te unter­for­dert und beschloss wei­te­re Schwert­ge­sel­len im Umgang mit der Waf­fe ver­traut zu machen. So also gesche­hen am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de, den 13. und 14. des Augus­tes, zu Bas­sum. Sei­nen eige­nen Wor­ten zu Fol­ge hat­te er „ordent­lich zutun“, schließ­lich woll­ten 18 (Acht und Zehn) Knap­pen gleich­zei­tig das Schwin­gen des silb­ri­gen Eisens erler­nen und so bot sich ein gar impo­san­ter Anblick und eine tol­le Geräusch­ku­lis­se, als die Klin­gen ein­an­der kreuz­ten und der Schwert­meis­ter zwi­schen­zeit­lich sei­ne Befeh­le durch die Hal­le brüll­te. Zwi­schen­zeit­lich, so ließ ich es mir zutra­gen, sprach der Herr Lehr­meis­ter auch mit dem sei­nen Schwer­te; so heißt es, er wür­de ihm gut zure­den. Doch ich will mir dar­über lie­ber nicht mehr Gedan­ken machen, als not­wen­dig. Die­se Rit­ter und Rit­ter­lich­kei­ten waren mir schon immer etwas merkwürdig.

Im Übri­gens ver­stand ich auch nie, war­um der Herr Schwert­meis­ter immer für Eli­se daher­schall­te, ehe er gewalt­sam auf einen Knap­pen mit dem Schwer­te ein­schlug und war­um ein Schwert­meis­ter über­haupt in einer sol­chen Laut­stär­ke sprach.
Einer­lei soll es mir sein, schließ­lich hört man dann auf, wenn es am Schöns­ten ist – für­wahr ich ver­such­te mich auch am Schwer­te. Für mich zwei­fels­oh­ne war der Punkt des Schöns­tens schon gewe­sen, dar­um hing ich das mei­ne Schwert an den Nagel und befass­te mich der­lei mit dem Dol­che – ist der doch lan­ge nicht so unhand­lich und sper­rig und eig­net sich über­haupt viel bes­ser zum Beutelschneiden.

Gez. Bal­de­win

Bovelmarkt 2016 an der Freudenburg zu Bassum

uwe_taechl_068

Hei­den­lärm; gran­dio­se Musik von tol­len Künst­lern auf dem Bovel­markt – © Uwe Tächl

Was für ein ful­mi­nan­tes Mit­tel­al­ter­spek­ta­kel ist da am Sams­tag und Sonn­tag an der Freu­den­burg zu Bas­sum passiert?!

Bevor ich näher dar­auf ein­ge­he, hier eine kur­ze Dank­sa­gung an:

Alle Gäs­te, die den Markt am Sams­tag und/​oder Sonn­tag besucht haben, alle Händ­ler und Heer­la­ger, die teil­ge­nom­men haben, Wald­kauz, Hei­den­lärm, Robert Bla­ke, Feu­er Fre­ja, die Mark­va­ga­bun­den, das SSK, das THW, das DRK, die VHS, die Stadt Bas­sum, die Spar­kas­se Bas­sum, Mey­er Stra­ßen- und Tief­bau GmbH, Polar­licht, der Kul­tur- und Hei­mat­ver­ein Bas­sum und natür­lich De Bovelzumft.

Bovelmarkt-Samstag

Der angehende Bovelvoigt Tjelvar

Wer Bovel­voigt sein will, muss eini­ges drauf haben – © De Bovelzumft – Geleb­tes Mit­tel­al­ter e.V.

Der Bovel­markt öff­ne­te am Sams­tag, den 30. Juli um 12 Uhr erst­mals sei­ne Pfor­ten. Bereits nach kür­zes­ter Zeit waren die ers­ten Besu­cher auf dem Markt und Hei­den­lärm begann zu spie­len, wäh­rend sie eine Anhei­ter­run­de rings um die Freu­den­burg lie­fen. Was dann pas­sier­te war ein­fach gran­di­os. Immer mehr und mehr Besu­cher kamen auf das Gelän­de, dass es bereits am frü­hen Nach­mit­tag ordent­lich belebt war und zahl­rei­che Kin­der die Ange­bo­te der Zwer­gen­wie­se wahr­nah­men, auf dem Dresch­bal­ken klet­ter­ten, Lei­ter­golf spiel­ten oder Leder­säck­chen fer­tig­ten. Bis zum Nach­mit­tag kamen immer mehr Men­schen, um den ers­ten Bovel­markt zu Bas­sum will­kom­men zu hei­ßen. Zahl­rei­che Gewan­de­te waren unter ihnen und hauch­ten dem Markt ein gran­dio­ses Publi­kum­sam­bie­te ein. Allein am Sams­tag erfreu­ten sich meh­re­re Tau­send Besu­cher an Speis, Trank, Musik und bei der Wahl des neu­en Bovel­voig­tes auf dem Gelände.

Ins­be­son­de­re die letzt genann­te Akti­on erfreu­te zahl­rei­che Gäs­te und erhei­ter­te auch die Gemü­ter der Bovelzumft. Auf dem Dresch­bal­ken, beim Nageln mit der Axt, Stel­zen lau­fen, Pan­to­mi­me, beim Wett­ren­nen und im Schwert­kampf konn­te sich Tjel­var zu guter letzt durch­set­zen und den aktu­el­len Bovel­voigt, den Hen­ker, von sei­nem Thro­ne stürzen.

Zuletzt reis­te gar ein Tross sehr sym­pa­thi­scher Wei­ber und Damen an, die da den Abschied des Jung­ge­sel­lin­nen­le­bens gebür­tig fei­er­ten. Lei­der schwang gegen Abend das Wet­ter etwas um und es begann zu reg­nen. Doch die Musi­ker von Wald­kauz wuss­ten auch dar­auf die rich­ti­ge Ant­wort. Anstatt ein regu­lä­ren Auf­tritt auf der Büh­ne zu spie­len, luden sie die Zuschau­er auf eben die­se ein, da sie tro­cken und über­dacht war, gaben Auto­gram­me und über­rasch­ten mit einem Akus­tik­kon­zert. Erst am spä­te­ren Abend wardt es tro­cke­ner und die ersehn­te Feu­er­show konn­te den Abend abschließen.

Bovelmarkt-Sonntag

wolfgang_defort_185

Wald­kauz; wun­der­ba­re mit­tel­al­ter­li­che Klän­ge an der Freu­den­burg – © Wolf­gang Defort

Wenn gleich ich gar nicht alle Aktio­nen und Hel­den­ta­ten vom Sams­tag auf­zäh­len kann, so will ich den­noch am Sonn­tag wei­ter­ma­chen. Glück­li­cher­wei­se mein­te es der Wet­ter­gott gut mit uns und bescher­te uns einen ange­neh­men und freund­li­chen Sonn­tag, so dass die Markt­to­re am 31. Juli ab 11 Uhr geöff­net wer­den konn­ten. Kurz dar­auf bil­de­te sich auch schon eine Schlan­ge Besu­cher am Ein­lass, so dass bis kurz nach dem Mit­tag eine zwei­te Kas­se geöff­net wer­den musste.

Wäh­rend auf der Büh­ne Wald­kauz, Hei­den­lärm und Robert Bla­ke wie­der ihre tol­len Shows zum bes­ten gaben, war auch der SSK, so wie schon am Sams­tag, mit Schwert und Hieb mäch­tig dabei, den Besu­chern etwas zu bie­ten. Neben einem Thea­ter­stück und einer Mas­sen­schlacht, gab es auch einen Schild­wall, bei dem die Kin­der ange­sta­chelt wur­den, eben jenen zu über­ren­nen, um sich die Beloh­nung (eine Tru­he voll Gold) zu sichern. Vol­ler Élan und Enthu­si­as­mus stürm­ten sie auf die Stadt­gar­dis­ten zu und … über­rann­ten die­se, trotz ihrer schüt­zen­den Schil­der im Nu!

Am Nach­mit­tag schließ­lich begab sich der Bür­ger­meis­ter zu Bas­sum auf die Büh­ne und kür­te den neu­en Bovel­voigt Tjel­var, hob ihn in Amt und Wür­den und über­gab ihm sein Szep­ter und Man­tel. Unter tosen­dem Applaus und mit einem zuvor abge­hal­te­nen Markt­tanz begrüß­te die Bovelzumft und die Gäs­te ihren neu­en Voigt.

Ins­ge­samt ver­folg­ten aber­mals meh­re­re Tau­send Besu­cher am Sonn­tag das Gesche­hen auf dem Bovel­markt zu Bas­sum. Es waren gar so vie­le, dass im Radio eine Ver­kehrs­mel­dung rings um Bas­sum mit Stop and Go bzw. Zäh flie­ßen­dem Ver­kehr durch­ge­ge­ben wurde.

Hier geht’s zur Gale­rie mit zahl­rei­chen Bil­dern (u.a. von Uwe Tächl und Wolf­gang Defort).
Hier geht’s zu LEONNERI, die uns beim Nähen der wun­der­vol­len Wim­pel unter­stützt hat.

Und wenn gleich ich mich wie­der­ho­le, noch­mal ein herz­li­ches Dan­ke­schön an alle Men­schen, die dazu bei­getra­gen haben, ein so tol­les Fest zu feiern.

Auf bald, gehabt euch wohl!

Bovelmarkt 2016 – es beginnt

Bovelmarkt in den Startlöchern

Die Vor­be­rei­tun­gen für den Bovel­markt lau­fen – © De Bovelzumft – Geleb­tes Mit­tel­al­ter e.V.

Seit etwa zwei Wochen gibt es nur noch ein ein­zi­ges The­ma: der Bovelmarkt.

Vor gut zwei Wochen hat­ten wir mit der Pla­ka­tie­rung in sämt­li­chen umlie­gen­den Gemein­den begon­nen und sage und schrei­be 160 Pla­ka­te auf­ge­han­gen. Zudem waren ins­ge­samt sie­ben Ban­ner in und um Bas­sum sowie indi­vi­du­el­le Bovel­markt-Orts­ein­gangs­ta­feln auf­ge­stellt worden.
Am 28. Juli, also ges­tern hat­ten wir bereits die Bau­zäu­ne, die wir dan­kens­wer­ter Wei­se kos­ten­los von Mey­er Stra­ßen- und Tief­bau GmbH zur Ver­fü­gung gestellt bekom­men haben abge­holt, sowie die wich­tigs­ten Uten­si­li­en auf den Anhän­ger des THW aufgeladen.

Heu­te, am 29. Juli begann nun der Auf­bau der Bovelzumft-Stän­de, sowie der Zwer­gen­wie­se. Wenn gleich wir uns bereits um 10 Uhr an der Freu­den­burg getrof­fen hat­ten, waren die letz­ten Hel­fer erst gegen 21 Uhr wie­der zuhau­se. Dafür war die Taver­ne „Zum Flin­ken Fert“ fer­tig geschmückt und gesäu­bert, die Zwer­gen­wie­se stand kom­plett und die Lager­zel­te waren auf­ge­schla­gen. Dar­über hin­aus tru­del­ten nach und nach die Händ­ler und Heer­la­ger ein, um ihre Stän­de und Zel­te aufzubauen.

Außer­dem hat­ten wir die Mög­lich­keit bereits die freund­li­chen Musi­ker von Wald­kauz ken­nen zu ler­nen. Gegen Abend reis­te dann auch noch Hei­den­lärm an, um noch einen zu heben, jedoch waren alle nur noch mit sich selbst beschäftigt … 🙂

Nur noch ein­mal schla­fen und dann geht es los … 🙂

Industriestraßenfest des THW Bassum

Industriestraßenfest des THW

Zum Flin­kes Fert und Andys Gerupf­te Sau auf dem THW-Fest – © De Bovelzumft – Geleb­tes Mit­tel­al­ter e.V.

Der THW ist einer der groß­ar­ti­gen Ver­ei­ne in Bas­sum, auf den De Bovelzumft immer zäh­len kann. Zahl­rei­che Male haben sie uns mit Rat und Tat zur Sei­te gestan­den. Da ist es selbst­ver­ständ­lich, dass wir uns revan­chie­ren, wo immer wir kön­nen. Am 06.06.2016 war dies das Indus­trie­stra­ßen­fest, das der THW im Zuge sei­nes 25jährigen Bestehens orga­ni­siert hat.

Neben der Taver­ne „Zum Flin­ken Fert“ und Andys „Gerupf­te Sau“ wur­de auch das regu­lä­re Schwert­schau­kampf-Trai­ning auf eine Frei­flä­che ver­legt, so dass geneig­te Besu­cher zum einen den wil­den Recken zuse­hen konn­te, aber auch die Mög­lich­keit hat­ten, selbst an einem Schnup­per­trai­ning mitzumachen.

Die an dem Tag gefühl­ten 35°C waren den meis­ten Zümf­ter anzu­se­hen, doch einem am meis­ten, dem Gauk­ler­kö­nig und in Fach­krei­sen auch Kar­ten­trick­narr bezeich­ne­ten Die­go Fun­ken­flug, der wohl den gan­zen lie­ben lan­gen Tage im Bol­ler­wa­gen schlief, saß und wie­der schlief, wäh­rend ihn gnä­di­ger Wei­se ande­re Leu­te her­um­zie­hen durften.

Alles in allem also ein gelun­ge­ner Tag.

Wir wün­schen dem THW Bas­sum alles Gute und freu­en uns auf min­des­tens wei­te­re 25 Jah­re gute Zusammenarbeit. 🙂

Frühlingsfest zu Bassum

Frühlingsfest Bassum

Schwert­schau­kampf auf dem Früh­lings­fest zu Bas­sum – © De Bovelzumft – Geleb­tes Mit­tel­al­ter e.V.

Nicht ganz lan­ge ist es her, da fei­er­ten wir gemein­sam mit der Stadt Bas­sum den her­ein­bre­chen­den Früh­ling. Wenn gleich an die­sem Tage aus Sicht des Wet­ters eher etwas ande­res her­ein­brach, hat­ten wir eine gan­ze Men­ge Spaß. Aller­dings wol­len wir nicht zu laut Beschwer­de ein­rei­chen, schließ­lich fand das Fest am 24. April statt. Und wie bekannt ist, macht der April, was er will. So hat­ten wir uns neben Regen­güs­sen, mit Hagel, Schnee und zu guter Letzt auch noch mit 25 Grad Son­nen­schein her­um­zu­schla­gen. Doch unse­re mäch­ti­gen Schwert­kämp­fer und Wikin­ger trotz­ten Petrus und boten ihm die Stirn.

Neben der Taver­ne Flin­kes Ferd, Feu­er­stel­len, ein paar Run­den „Darf ich dir auf die Tasche hau­en“, hat­te es auch den Schwert­meis­ter mit sei­ner Schwert­ge­sel­len­grup­pe des SSK auf den Markt ver­schla­gen. Und so hat­ten nicht nur die regu­lä­ren Schwert­kämp­fer die Chan­ce ihr Trai­ning zu absol­vie­ren, son­dern auch Besu­cher und Inter­es­sier­te konn­ten die Gele­gen­heit nut­zen und das Schwert schwingen.

Alles in allem hat­ten wir einen schö­nen Tag und jede Men­ge Spaß!

1 2